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Nachhaltigkeit bei städtischen Veranstaltungen

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die Stadt Wolfenbüttel bereits seit einigen Jahren. Im Sommer 2022 hat das Team des Eventmanagements glücklicherweise über die Förderung „Perspektive Innenstadt“ des Landes Niedersachsen die Möglichkeit bekommen, zusammen mit der Firma 2bdifferent, den Ist-Zustand ihrer bisherigen Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei den Veranstaltungen „Altstadtfest“ und „Weihnachtsmarkt“ in 2022 zu bewerten.

In einer Basisanalyse zum Altstadtfest hat die Stadt Wolfenbüttel als Veranstalterin rund 190 verschiedene Fragen zu ökologischen, sozialen und ökonomischen Themen beantwortet. Auch alle Mitwirkenden und Dienstleistenden haben umfangreiche Fragebögen zu ihren Produkten und Leistungen erhalten, sodass aufgrund der Auswertung von 2bdifferent ein „Eventscore“ bestimmt werden konnte. Dieser Score ordnet die Nachhaltigkeit von Veranstaltungen ein und hat aufgezeigt, dass die Stadt Wolfenbüttel auf dem richtigen Weg ist und ein gutes Entwicklungspotential mitbringt.

Und so hat das Eventmanagement gemeinsam mit 2bdifferent eine „Sustainability Roadmap“ erstellt, die über 60 Maßnahmen zur nachhaltigeren Umsetzung der Veranstaltungsformate enthält. Nun ist das Ziel, die einzelnen Maßnahmen auf schnellstem Wege umzusetzen, um die städtischen Veranstaltungen insgesamt immer nachhaltiger zu gestalten.

Grafische Darstellung der Aktionen, die bei städtischen Veranstaltungen im Sinne der Nachhaltigkeit bereits umgesetzt worden sind. © Stadt Wolfenbüttel
Nachhaltigkeit bei städtischen Veranstaltungen: Erste Erfolge


Ein Nachhaltigkeitsalphabet soll einen kleinen Einblick über die Hintergründe ihres Handelns ermöglichen.

Nachhaltigkeitsalphabet

A für Abfallmanagement

Beim Auf- und Abbau, sowie während der städtischen Veranstaltungen fällt leider immer Müll an. Selbstverständlich werden die Abfälle richtig getrennt entsorgt. Auch die Standbetreibenden werden immer wieder daran erinnert.

B für Barrierefreiheit

Rollstuhlgerechte Kabelbrücken und barrierefreie Toiletten sind erste Schritte in die richtige Richtung. Wenn Ihnen bei den Veranstaltungen noch weitere Maßnahmen auffallen, die umgesetzt werden sollten, dann melden Sie sich gerne jederzeit beim Eventmanagement.

C für CO2-Reduktion

Der CO2-Fußabdruck ist einer der wichtigsten Aspekte der Nachhaltigkeit. Deswegen versucht das Eventmanagement immer wieder, die CO2-Emissionen im Blick zu behalten. Den Besuchenden soll viel Abwechslung in Form von neuen Ständen, außergewöhnlichen Produkten und spannender Unterhaltung geboten werden, während darauf geachtet wird, die Anreise- und Transportwege kurz zu halten.

D für Digitalisierung

Digitalisierung findet nicht mehr nur in der jungen Generation statt, sie vereinfacht nicht nur zum Beispiel die Erfassung, Verarbeitung und Wiedergabe von Daten, sondern hilft auch bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten. Für jedes eingescannte Dokument, jedes per Mail verschickte Formular und jeden digitalen Flyer werden Papier und CO2 eingespart.

E für Energiemanagement

Zum Energiemanagement gehört der Einsatz von Zeitschaltuhren sowie die regelmäßige Instandhaltung aller technischer Systeme. Ein Ziel des Energiemanagements ist es, neben dem Energieverbrauch, auch den Verbrauch von Rohstoffen zu senken.

F für Foodwaste

Als Foodwaste werden überschüssige Lebensmittel bezeichnet, die unter anderem bei Veranstaltungen häufig entstehen, wenn die Standbetreibenden nicht wissen, wie viele Besuchenden zu erwarten sind. Das Eventmanagement erinnert alle Standbetreibenden immer wieder daran, lieber knapper zu kalkulieren, weswegen es dazu kommen kann, dass einige Stände abends bereits kurz vor den Schließzeiten ausverkauft sind. Aber keine Sorge, am nächsten Veranstaltungstag sind alle Stände wieder frisch ausgestattet.

G für Greenwashing

Unter Greenwashing versteht man den Versuch, sich durch Marketing und Kommunikation ein nachhaltiges Image zu leihen, ohne entsprechende Maßnahmen (vollständig) umzusetzen. Die Stadt Wolfenbüttel möchte gerne ihre tatsächlich umgesetzten Maßnahmen kommunizieren, dabei jedoch eine möglichst objektive Sichtweise bewahren und auch Fehler thematisieren.

H für Herausforderungen

Ob Mülltrennung, Digitalisierung oder Barrierefreiheit. Viele Nachhaltigkeitsaspekte stellen alle Veranstalter bei jedem Event aufs Neue vor verschiedenste Herausforderungen, denen sie mit Mut und Kreativität entgegentreten (müssen).

I für ISO-Zertifizierung

Das Ziel: Bis Ende 2025 die ISO-Zertifizierung für nachhaltiges Eventmanagement bekommen. Die Zertifizierung ist ein international anerkannter Nachweis und konzentriert sich auf die nachhaltige Ausrichtung der Veranstaltenden, während sie alle drei Säulen der Nachhaltigkeit fokussiert (siehe „N für Nachhaltigkeit“). Im Zuge der ISO-Zertifizierung können Nachhaltigkeitsleistungen systematisch verbessert werden und auf dem Weg dahin so viel wie möglich dazugelernt, an Problemen und Lösungen gewachsen und sich stetig weiterentwickelt werden.

J für Jonglieren

Das Eventmanagement befindet sich in der Planung neuer Maßnahmen regelmäßig in einem Balanceakt. Wie ein Jongleur, versucht es alle „Bälle“ in der Luft zu behalten und alle Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen. Es gibt leider noch zu häufig Situationen, in denen Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht in jeder Hinsicht optimal sind. In solchen Fällen ist das Eventmanagement bemüht, die Option mit dem geringsten Umwelteinfluss zu wählen.

K für Kommunikation

Telefonisch, per Mail oder über Facebook und Instagram: Gerne steht das Eventmanagement in stetigem Kontakt und Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Das Eventmanagement hat immer ein offenes Ohr für Wünsche und Anmerkungen. Auch konstruktive Kritik wird gerne gesehen. In den Sozialen Medien wird über städtische Veranstaltungen unter dem #veranstaltungenwf informiert.

L für Langlebigkeit

Am Rande Wolfenbüttels befindet sich das Lager des Eventmanagements, in dem sämtliche Dekorationen, Materialien, Möbel und Equipment aufbewahrt und immer wiederverwendet wird. Das spart nicht nur CO2 durch den Transport ein, sondern reduziert auch Müll. Einige Pflanzen sind aus der städtischen Gärtnerei, einige sind von ansässigen Gärtnereien ausgeliehen und kleinere Pflanzen werden nach den Veranstaltungen verschenkt.

M für Mobilität

Schon gewusst? Die Mobilität aller Teilnehmenden macht den größten Anteil der CO2-Emissionen einer Veranstaltung aus. Das Eventmanagement bittet daher alle Besuchenden aus Wolfenbüttel und Umgebung, mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Auch das Eventmanagement verzichtet auf überflüssige Autofahrten.

N für Nachhaltigkeit

Es wird ganz häufig von „Nachhaltigkeit“ gesprochen. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Das Prinzip der Nachhaltigkeit setzt sich aus drei Säulen zusammen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Alle Säulen müssen gleichberechtigt umgesetzt werden und bedingen sich gegenseitig. Die Ökologie liefert Ressourcen für die Ökonomie, die soziale Nachhaltigkeit steht für Gerechtigkeit, Würde und freie Lebensgestaltung. Die Säule der Ökonomie steht für nachhaltiges Wirtschaften, also eine Gewinnmaximierung mit Fokus auf dem Wohle der Gesellschaft und Umwelt. Allgemeines Ziel ist es, nicht mehr von einer Ressource zu verbrauchen, als regeneriert werden kann.

O für Ökostrom

Für städtische Veranstaltungen wird zu 100 Prozent der Ökostrom der Stadtwerke Wolfenbüttel genutzt.

P für Personal

Alle fleißigen Helfenden werden in Vorbereitung auf die städtische Veranstaltung über alle Maßnahmen, die im Zuge der Nachhaltigkeit getroffen werden, informiert. Sie unterstützen immer gerne bei der Umsetzung dieser Maßnahmen. Selbstverständlich achtet die Stadt Wolfenbüttel auf faire Arbeitsbedingungen, stellt Arbeits- und Schutzkleidung zur Verfügung und zahlt Tarif-/Mindestlohn.

Q für Qualitätsmanagement

Von der Planung, über die Durchführung, zur Kontrolle und schließlich bis zum Erfolg. Innerhalb des Eventmanagements werden im Laufe der Nachbereitung immer wieder Fort- und Rückschritte besprochen, um sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam die Qualitätsansprüche an die Arbeit im Bereich der Nachhaltigkeit zu erfüllen.

R für Recycling

Einige der verwendeten Dekorations-Materialien können leider nicht in dem städtischen Lager untergebracht werden – aus Platzgründen, aber auch durch eine endliche Lebensdauer. Nach Ende der Veranstaltungen können einige dieser Materialien nach Absprache abgeholt werden. So werden zum Beispiel jedes Jahr am 23. Dezember Tannenbäume und Holzhackschnitzel des Weihnachtsmarktes verschenkt. Nach dem Street Food Festival konnten sich Interessierte die Rollrasenstücke und den „Strand“ abholen, um ihnen ein zweites Leben zu schenken.

S für Strom sparen

Um Strom zu sparen, werden regelmäßig die Beleuchtungszeiten angepasst und Zeitschaltuhren angeschlossen, damit nach Schließung des Weihnachtsmarktes keine Lichterkette mehr leuchtet. Diese sind mittlerweile vollständig auf LED umgestellt und so viele wie möglich laufen über das Stromnetz, damit weniger Batterien eingesetzt werden müssen. (Siehe O für Ökostrom)

T für Transparenz

Im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Besuchenden der städtischen Veranstaltungen geht das Eventmanagement gleichwertig transparent mit Erfolgen und Misserfolgen um. Der Anspruch besteht darin, aus Fehlern zu lernen und Feedback zu nutzen, um sich weiterzuentwickeln. So wird versucht, Interessierte regelmäßig in Bezug auf die umgesetzten Maßnahmen, Fortschritte und Entscheidungen auf dem Laufenden zu halten.

U für Umwelt

Wenn über Nachhaltigkeit gesprochen wird, geht es um Emissionen jeder Art. Die städtischen Veranstaltungen gehen in den meisten Fällen nicht bis spät in die Nacht hinein und das hat vor allem einen Grund: Lärmemissionen. Das Eventmanagement freut sich, wenn alle Besucherinnen und Besucher durch die gebuchten DJs in Partylaune versetzt werden. Aber um die Anwohner um den Veranstaltungsbereich, sowie Tiere in der Nähe, nicht mehr als nötig zu belasten, werden die Veranstaltungen zu den festgelegten Zeiten beendet. Wer danach noch weiterfeiern möchte, findet eine Auswahl von Kneipen in der Wolfenbütteler Innenstadt.

V für Verantwortung

Das Eventmanagement übernimmt Verantwortung. Für seine Erfolge, aber auch für seine Misserfolge. Alles, was sie tun können, ist zu ihren Entscheidungen zu stehen und diese zu reflektieren. Daraus können sie nur lernen und sich weiterentwickeln, bessere Entscheidungen zu treffen und immer weiter einzelne Schritte in Richtung nachhaltiger Veranstaltungen gehen.

W für Wirtschaft

Schon immer arbeitet das Eventmanagement eng mit regionalen Händlerinnen und Händlern zusammen. So sorgen sie nicht nur für verminderte Transportwege, sondern unterstützen auch die regionale Wirtschaft.

(Faktor) X

„Faktor X“ oder auch „Faktor 10“ wurde vom Umweltbundesamt entwickelt und beschreibt die intelligente, effiziente und umweltschonende Nutzung von natürlichen Ressourcen. Das Ziel ist es, die Ressourceneffizienz immer weiter zu steigern. Bundesumweltamt: Faktor X

Y? Die Frage der Sinnhaftigkeit

Eine nachhaltige Entwicklung wird zunehmend wichtiger. Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben 17 Ziele bis 2030 gesetzt. Auch wenn die Hauptaufgabe zur Erreichung dieser Ziele bei den Regierungen der UN-Mitgliedsstaaten liegt, sieht das Eventmanagement der Stadt Wolfenbüttel es als seine Aufgabe, ihren Teil dazu beizutragen. Weitere Informationen zu den 17 Zielen (Sustainable Development Goals): United Nations: The 17 Goals

Z für Zukunft

Noch ganz lange sollen für die Wolfenbütteler Bürgerinnen und Bürger Veranstaltungen geplant und durchgeführt, gemeinsam schöne Nachmittage und Abende im Herzen von Wolfenbüttel verbracht und unsere Stadt immer wieder zum Leben erweckt werden. Damit das möglich ist und bleibt, muss heute nachhaltig gedacht und gehandelt werden.

Kontakt

Eventmanagement

Stadtverwaltung Wolfenbüttel

Stadtmarkt 3–6
38300 Wolfenbüttel